Empirie und Induktionsproblem, Henne oder Ei? Hinterm Horizont der MiniaturisierungKeine Erkenntnis ohne Ähnlichkeit
Man weiß es nicht, aber man
vermutet es stark: Für menschliches Denken, das zu
Entscheidungen welcher Art auch immer kommen will, ist das Erkennen
von Ähnlichkeiten der elementarste erste Schritt, mit dem alles
anfängt. Wenn Menschen offensichtlich im Laufe der
Evolutionsgeschichte für etwas großes Talent entwickelt
haben, dann für die Entdeckung von Ähnlichkeiten. Auch
Metaphern, entlang deren ganz generell Denken und Sprechen
fortschreiten, gründen nicht zufällig in Bewegun ...
... mehr
Vom Geld zum Geld, das Geld ist weg (nicht lektorierter Rohentwurf)Vom Geld
Vom
Geld kommt nichts. Dass im Geld, gar im Bargeld eine autonome Kraft,
eine Energie wohne, die in der Lage wäre, Geld zu vermehren,
diese Vorstellung mag zwar erotisch, autoerotisch sein, funktioniert
nur leider am besten in Jugendträumen und Seeräubergeschichten.
Auch die auf einer einsamen Südseeinsel vergrabene Geldkiste ist
zunächst einmal wenig Wert, wenn sie lediglich gefunden und im
Garten hinter’m Haus wieder vergraben oder ins Kopfkissen
eingenäht wurden. Geldhaltung oder Dagobert Duck& ...
... mehr
Informationsmedien - Reichweiten in Deutschland 2018
...
... mehr
Der überflüssige Mensch
Solidarisierungsdiskurs, Legitimationsdiskurs,
Synthesisdiskurs, Kooperationsdiskurs
Ich habe Trojanows
Traktat Der überflüssigen Mensch von 2013 zunächst
als eine Anklageschrift gegen ein System der sozialen Ungleichheit
gelesen, das nach wie vor jeden achten Menschen auf der Welt in
extreme Armut zwingt, als eine Klageschrift. Aber das ist nicht der Kern.
Der Kern ist ein
Begriff, der es seinen Lesern erlaubt, die unterschiedlichsten
Inhalte miteinander zu amalgamieren, Überzählig ...
... mehr
John Locke und die StaatsmachtMacht medium rare
Zweifellos war Macht in England, Frankreich und Deutschland damals
ganz unterschiedlich organisiert, unterschiedlicher wie es kaum
unterschiedlicher geht. Dort eine Demokratie, hier Ludwig XIV und der
Alte Fritz. Dort stand die Freiheit des Einzelnen im Vordergrund,
sowohl im Denken wie auch in der Staatsverfassung, hier waren Denken
und Staat nie weiter auseinander, als zu jener Zeit.
Das Denken wurde geprägt von einer
Neuentdeckung der Schriften von Platon, die die Grundlage der
Philosophie von Leibniz bildete, in England lagen ...
... mehr
Fausts Tod (mit Bruno Ganz) Die Sorge als Glückskiller und die große Priese Wahn im GlückGoethe vom schönsten Augenblick
Faust
Die Sterne bergen Blick und Schein,
Das Feuer sinkt und lodert klein;
Ein Schauerwindchen fächelt's an,
Bringt Rauch und Dunst zu mir heran.
Geboten schnell, zu schnell getan! –
Was schwebet schattenhaft heran ...
... mehr
Ein paar Mindestanforderungen an einen philosophischen Diskurs über...
Bewusstsein und Materie
Beim letzten Treffen haben wir uns neuerlich über das Verhältnis
von Bewusstsein und Materialität Gedanken gemacht.
Wir
haben uns von Searle an die alte Zweiteilung Descartes von res
cogitans (Seele) und res extensa (Leib) erinnern lassen.
Bei Descartes ist das in der Tat ein Dualismus. Und Searle beklagt
entschieden, dass wir durch Descartes gewohnt sind, das Verhältnis
von Leib und Seele, von Materie und Geist von dieser begrifflichen
Trennung aus zu denken. Man reißt da etwas auseinander und
bekommt dann im Nachgang allein dadurch ein Problem, sich solche
Fragen stellen zu müssen wie die nach der Materialität der
Seele oder die Frage, ob die Seele oder das Bewusstsein ein der
realen Welt, die doch von Naturgesetzen beherrscht wi ...
... mehr
Was heißt bei Heidegger Transzendenz?
(Ausschnitte aus Gruppendiskussionen zur Rede Martin Heideggers, »Der Satz vom Grund«, aus Heidegger,
Gesamtausgabe, Bd.10, S. 171 ff. Frankfurt 1997
(ursprünglich: 1955-1956))
Dazu würde ich gern auf zwei Passagen aus „Sein und Zeit“ hinweisen
(bitte
nicht erschrecken vor dem folgenden Heidegger-Zitat. Ich erläutere
es gleich auf der nächsten Seite.):
„Das
»Transzendenzproblem«“, heisst es da, „kann
nicht auf die Frage gebracht werden: wie kommt, ein Subjekt hinaus zu
einem Objekt, wobei die Gesamtheit der Objekte mit der Idee der Welt
identifiziert wird. Zu fragen ist: was ermöglicht es
ontologisch, daß Seiendes innerweltlich begegnen und als
begegnendes objektiviert werden kann? Der Rückg ...
... mehr
Wann ein Text faschistisch ist und wann eine Person
Heidegger und „die schwarzen Hefte“
(Ausschnitte aus Gruppendiskussionen zur Rede Martin Heideggers, »Der Satz vom Grund«, aus Heidegger,
Gesamtausgabe, Bd.10, S. 171 ff. Frankfurt 1997
(ursprünglich: 1955-1956))
Thomas Assheuer schreibt in DIE ZEIT online 27. Dezember 2013:
"Er
spricht vom Rasseprinzip" Nach seinen jetzt bekannt gewordenen
Ausfällen gegen die Juden lasse sich Heidegger nur noch schlecht
verteidigen.
Aber
muß es, wenn man wie wir Heideggers Rede über den Satz von
Grund liest, darum gehen, Heidegger zu verteidigen? Assheuer schreibt
– und ich lese mit. Anmerkungen in Doppelklammern von mir:
»Heidegger,
den viele für den genialsten Denker seiner Epoche halten, war
ein bekennender Nazi. Der Mann, dessen Buch Sein und Zeit "das
bedeutendste philosophische Ereignis seit Hegels Phä ...
... mehr
Eine neuerlichen Lektüre von Nietzsches »zur Genealogie der Moral«Schuld
(Ausschnitte aus Gruppendiskussionen vor dem Hintergrund einer neuerlichen Lektüre von Nietzsches »zur Genealogie der Moral«)
Link zum Text: Friedrich Nietzsche 'Zur Genealogie der Moral'
Was also heißt 'Wert'? Insbesondere Wert des Lebens? Hat
etwas Wert an sich, z.B. der Andere durch sein faktisches Mensch-Sein
oder ist so etwas wie eine besondere Werterfahrung notwendig.
Lévinas schien in diese Richtung zu weisen. Oder sind wertende
Akte vorgängig? Und falls wertende Akte vorgä ...
... mehr
Anläßlich der Lektüre NietzschesDer Schwache
(Ausschnitte aus Gruppendiskussionen vor dem Hintergrund einer neuerlichen Lektüre von Nietzsches »zur Genealogie der Moral«)
Was
heißt im Gegenteil schwach?
Umgekehrt
ist die Schwäche dreierlei: Sie ist 1) unmittelbares
Gehemmtsein
durch eine äußere Kraft, nämlich durch den stärkeren
anderen. Sie unterliegt einem erzwungenen Aufschub. Mit der Folge:
„Alle
Instinkte, welche sich nicht nach außen entladen, wenden sich
nach innen – dies ist das, was ich die Verinnerlichung des
Menschen nenne: damit wächst erst das an den Menschen heran, was
man später seine »Seele« nennt.“ -
Affektkontrolle
kommt via Vergewaltigung von außen. (Und was ist mit der
Affektkontrolle, die zu Zwecken der Verführung e ...
... mehr
Penderecki - Steve ReichMusik - zum Genießen
...
... mehr