Ein GedankenexperimentKünstliche Intelligenz, platonistisch gedacht
Die typische Forschungssituation, vor der Künstliche
Intelligenz (KI) und letztlich jede Forschung an Massendaten steht,
ist die Suche nach verborgenen Mustern.
In hinreichend umfangreichen Datenmassen lassen sich praktisch
beliebig viele Muster entdecken. Beides, Muster zu entdecken oder
Muster in Material einzuzeichnen, ist letztlich nichts weiter als ein
ästhetischer Akt. Mit der Entdeckung eines Musters ist also noch
nichts darüber gesagt, ob das Muster irgend einen Si ...
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Der Geschichte Herr nun Knecht ich bin, Marktprozesse, Wertkrisen (nicht lektorierter Rohentwurf)Monetäres Theatrum Mundi
Wir
konzentrieren uns auf den Übergang von der klassischen zur
keynesianischen Theorie der Märkte und deren
wissenschaftstheoretisch prinzipielle Folgen. In der klassischen
Theorie galt das sog. Tauschparadigma, welches für die
Marktwirtschaftler auf Adam Smith und für die Kommunisten auf
Marx zurück geht. Beide eint, dass sie von einem Tauschhandel
ausgehen, auf dessen Grundlage das Geld sich entwickelte, Geld also
ein Tauschmitt ...
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Urteile ohne Wert, Immun gegen Empirie (nicht lektorierter Rohentwurf)Ökonomie und Freiheit
Kein Zufall, dass die Frage nach der Freiheit in einem kapitalistischen
Wirtschaftssystem sich hier stellt, wo es um die Marktwirtschaft
geht. Das hat Milton Friedman, der neben John Maynard Keynes als der
einflussreichste Ökonom des zwanzigsten Jahrhunderts angesehen
wird, richtig gesehen; die Marktwirtschaft ist mehr als ein
Wirtschaftssystem. In ihr bestimmen sich nicht nur Tausch- und
Gebrauchswerte und marktgängige Verkehrsformen der Menschen
untereinander, sondern auch die Wirtschaftssubjekte selbst und zwar
weit über ihre rein materiellen Beziehungen ...
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Kapitalakkumulation, Zins als Einkommen (nicht lektorierter Rohentwurf)Asset Rich, Cash Poor!
Die Illusion vom ewigen Vermögenserhalt durch Sparen hat ihren Glanz
und ihre Überzeugungskraft verloren. Die neoklassische Lehre von
der Vermögensbewahrung und -mehrung durch Risikoberechnungen und
Duration bzw. Zinsmanagement ist historisch widerlegt. Worauf es aber
ankommt, ist, dass die neoklassische Lehre
nicht in sich inkonstistent oder widersprüchlich wäre, im
Gegenteil.
Auf der Grundlage ihrer Annahmen argumentiert sie überzeugend
konstistent. Nur ihre Annahmen stimmen eben ...
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Herman Melville - Bartleby
Ich bin, ich muß es gestehn, nicht mehr der Jüngste.
Die Art meiner Berufsgeschäfte hat mich seit nunmehr dreißig
Jahren in ungewöhnlich enge Berührung mit einer in mancher
Hinsicht merkwürdigen, man kann wohl sagen sonderbaren Sorte von
Menschen gebracht, über die meines Wissens noch nie etwas
geschrieben worden ist – ich meine die Anwaltsschreiber, die
Kopisten in den Kanzleien der Advokaten. Ich habe ihrer eine ganze
Menge gekannt, beruflich sowohl wie privat, und könnte, wenn ich
wollte, allerlei Historien zum besten geben, zur Erheiteru ...
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in die Philosophiegeschichte zurückGround Zero
Vielleicht erinnern wir uns an dieser Stelle daran, was wir in den
Eingangskapiteln immer wieder und immer wieder neu von verschiedenen
Seiten aus betrachtet haben, nämlich die Erkenntnis, dass nichts
ist, ohne Grund. Dieses principium rationis sufficientis
steht heute stellvertretend als gemeinsamer Oberbegriff, als
gemeinschaftliche Wurzel aller Arten von Relation, wie sie in der
vorgestellten Welt erscheinen. Genauer gesagt, was immer wir
denken und uns vorstellen, wir tun dies immer auch, indem wir
Beziehungen, welcher Art auch immer, erkennen oder meinen ...
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Ästhetik: Unbestechlicher Blickkontakt - Urteil des Paris
Warum gerade diese?
Die Spannweite des mit dem Wort „Ästhetik“ gemeinten ist
mehr als weit.
Womit also beginnen? Mit dem Anfang. Mit einem ersten Blick.
Der freundliche Blickkontakt einer Mutter mit ihrem Baby. Wer Kinder hat,
weiß, wie sehr in solchen frühen Kontaktsituationen der
Gesichtsausdruck der Mutter den Säugling bewegt. Und im Gegenzug zeigt das
Kind der Mutter, was es fühlt.
In westlichen Kulturen etwa ab dem 2te ...
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Das richtige Leben im falschen?Judith Butlers
Adornopreis-Rede
Judith Buttler
Nachdem wir uns über Emmanuel
Lévinas Aussage aus 'Totalität und Unendlichkeit': »Das
wahre Leben ist abwesend.« unterhalten haben, haben wir uns auf die Rede von Judith Butler anlässlich der Verleihung
des Adorno Preises hinweisen lassen, in dem sie auch auf die einschlägige
Behauptung Adornos eingeht „Es
gibt kein
richtiges Leben im falsch ...
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