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   Foto: monika m. seibel www.photographie-web.de

Parag Khanna:
Eine Welt ohne Grenzen



Ich möchte hier einen Beitrag des indisch-amerikanischer Politikwissenschaftlers Parag Khanna zur Diskussion stellen, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es sich um eine interessante neue Sicht auf Tendenzen der Globalisierung handelt oder nicht einfach doch nur eine neue Runde bei der Glorifizierung des Liberalismus.

Eine These darin lautet: Kommunikations-, Waren-, Rohstoff- und Energieströme haben eine verbindende Kraft, die weit stärker ist als das Trennende nationaler Grenzen und den reaktionären Beharrungstendenzen darauf, die wir heute erleben.

Diese These drängt sich bereits länger auf. Infrastrukturinvestitionen ersetzen seit dem Ende des kalten Krieges zum Teil Militärausgaben.

Eine weitere These: Diesen ebenso verbindenden wie neue Machtstrukturen ausprägenden Entwicklungen steht die Tendenz zu immer kleineren staatlichen Strukturen gegenüber. Die Anzahl der Staaten nimmt seit Gründung der UN nach wie vor ständig zu. Kleinere Staaten sind tendenziell machtlosere Gebilde, die bei der Lösung von Konflikten zunehmend mehr auf Mittel der Diplomatie beschränkt sind, weil sie zunehmend abhängiger voneinander und von der Teilnahme an globalisierten Informations-, Energie- und Transportströmen werden. Diese These scheint mir bereits weniger plausibel wenn man an die Gewalt denkt, die beim Zerfall von Staatlichkeit entsteht.

Eine dritte These: Global aufgestellte Konzerne werden aus Eigeninteresse, z.B. aus Gründen der Rechtssicherheit und der Standortsicherheit, bestimmte Aufgaben und ethische Perspektiven in Bezug auf das Gemeinwohl übernehmen, die bislang als staatliche angesehen wurden. Hier scheint mir Parag Khanna auf smarte Weise den Liberalismus zu verklären und zum Politikverzicht aufzurufen.

Quelle: Youtube (Sternstunde Philosophie vom 25.09.2016)



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